Finanzen

Früh übt sich! Das Budgetieren fängt bereits beim Taschengeld an und wird immer kniffliger, je mehr Geld dir zur Verfügung steht. Wie teilst du es dir am besten ein, damit du im Endeffekt keine bösen Überraschungen erlebst oder sogar in eine Schuldenfalle tappst? Hier findest du ein paar Tipps zum Thema Finanzen.

Lohn

Konto

Um dein Taschengeld/Lohn sicher und geordnet zu verwalten, empfiehlt sich die Eröffnung eines Bankkontos. Hierfür bieten wir für Jugendliche das adäquate Jugendprivatkonto respektiv für Studenten das Bildung plus-Konto an. Nebst Vorzugszinsen und kostenloser Kontoführung kriegst du die Maestro-STUcard gratis dazu.

Taschengeld

Als Nicht-Verdienende/r bekommst du i.d.R. monatlich einen fixen Betrag von deinen Eltern für deine persönlichen Ausgaben. Gesetzlich sind sie zwar nicht dazu verpflichtet, aber Taschengeld hilft dir, frühzeitig mit Geld richtig umzugehen. Du lernst, es dir einzuteilen und Prioritäten bei deinen Einkäufen zu setzen.

Richtlinien pro Monat:

12 – 13 JahreCHF 30 bis CHF 40
14 – 15 JahreCHF 40 bis CHF 50
ab 16 JahreCHF 50 bis CHF 80

Die Höhe des Taschengelds liegt im Ermessen deiner Eltern. Der Betrag ist davon abhängig, was du dir aus diesem Geld alles leisten sollst: Essen, Kleider, Ausgang, Handy etc. Und wenn das Taschengeld nicht ausreicht, dann kannst du dir bestimmt mit Nebenjobs etwas dazu verdienen, z.B. mit Ferienjobs, Nachhilfeunterricht erteilen, Babysitten u.v.m.

Lohn

Als Lernende/r verdienst du bereits dein eigenes Geld. Aber auch hier will die richtige Einteilung gelernt sein. Ein mögliches Beispiel:

MonatseinkommenCHF 800.-
Fixe Kosten:
Krankenkasse (Grundversicherung) CHF 100
Fahrkosten (Abos, Mofa, Velo)CHF 70
Beitrag an die HaushaltskostenCHF 150
Persönliche Auslagen:
HandyCHF 50
Kleider/Schuhe CHF 70
Coiffeur/Körperpflege CHF 30
Lager/Sport CHF 80
Sonstige KostenCHF 80
Sparen:
Steuern/Ferien /SonstigesCHF 170

Gesetzlich ist definiert, dass du über dein Verdientes und dein Taschengeld selbst verfügen kannst. Jedoch dürfen deine Eltern von dir verlangen, dass du Haushaltsgeld an sie entrichtest:

ZGB Zivilgesetzbuch Art. 323 "Was das Kind durch eigene Arbeit erwirbt und was es von den Eltern aus seinem Vermögen zur Ausübung eines Berufes oder eines eigenen Gewerbes herausbekommt, steht unter seiner Verwaltung und Nutzung. Lebt das Kind mit den Eltern in häuslicher Gemeinschaft, so können sie verlangen, dass es einen angemessenen Beitrag an seinen Unterhalt leistet."

Für weiterführende Informationen rund um das Budget siehe Budgetberatung.

Schuldenfalle

Gemäss einer 2007 durchgeführten Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz haben 38 % der 18- bis 24-Jährigen in irgendeiner Form Schulden (Ausleihen bei Familie und Freunden, Leasing, Kredit, offene Rechnungen etc.). Die Schulden betragen bei der Hälfte CHF 100 bis CHF 2400. Jede siebte Person gibt mehr Geld aus, als sie verdient. Folgend sind mögliche Schuldenfallen aufgelistet:

Kaufen auf Raten

Bestimmt hast du auch schon gesehen, dass du Geräte wie Stereoanlage, Fernseher u.s.w. auf Raten abzahlen kannst. Sei dir bewusst, dass du z.T. bis doppelt soviel abdrückst, als wenn du den vollen Betrag auf einmal bezahlst. Zudem riskierst du, den Überblick über dein Budget zu verlieren.

Leasing

Leasing ist eine Form von Miete, wobei die Ratenzahlungen auf einen eventuellen späteren Kauf angerechnet werden. Leasing ist typisch bei neuen Autos. Du zahlst monatlich z.B. CHF 500.-, damit du das Auto fahren darfst. Dazu kommt noch die Vollkaskoversicherung, welche du ebenfalls berappen musst. Insgesamt bezahlst du einiges mehr als bei einem Direktkauf. 

Plastikgeld

Mit Kreditkarten und Kundenkarten kannst du in Warenhäusern oder online einkaufen, ohne Bargeld in die Finger zu nehmen. Wie viel du im Endeffekt ausgegeben hast, erfährst du jeweils Ende Monat von deiner Bank. Bei Plastikgeld verliert man schnell einmal die Übersicht über den Kontostand. Tipp: Nutze unser E-Banking oder unsere Prepaid-Kreditkarte (funktioniert wie ein Prepaid-Handy, einfach mit Geld aufladen), um deine Ausgaben gekonnt zu überwachen.

Handy

Hüte dich vor 0900er-Nummern, welche mehrere Franken pro Minute kosten. Um deine Telefonkosten im Griff zu halten, verschaffe dir ein Abo, welches auf deine Bedürfnisse und dein Budget abgestimmt ist oder noch besser, verwende ein Prepaid-Handy. Letzteres kannst du einfach, schnell und bargeldlos an jedem Kantonalbank-Automaten aufladen! Folge am Automaten dem MOBILE VOUCHER Logo.

Wie kannst du Schulden vorbeugen?

  • Überweise dein Taschengeld oder deinen Lohn auf dein Jugendprivatkonto bei uns. Als Jugendlicher oder Studierender profitierst du von vielen Gratisleistungen und besseren Zinsen. Lass dir eine gerechtfertigte Limite geben, um dich selbst vor unnötigen Ausgaben zu schützen.  

  • Lege einen Teil deines Taschengeldes/deiner Einnahmen auf ein separates Sparkonto (für Ferien, Auto, Unvorhergesehenes, u.s.w.).

  • Zahle die Steuern monatlich oder eröffne ein spezielles Sparkonto für deine Steuern, worauf du regelmässig Geld überweist.  

  • Mache einen Dauerauftrag oder ein Lastschriftverfahren bei deiner Kantonalbank für deine Handyrechnung, Miete, Steuern, Versicherungen, u.s.w.

  • Hol dir eine Prepaid-Kreditkarte. Mit dieser behältst du die Übersicht über deine Ausgaben, da du die Karte zuerst mit Geld aufladen musst.  

  • Mache eine Budgetplanung. Hier ein paar hilfreiche Links:

www.schulden.ch

www.my-money.ch

www.money-info.ch 

Steuern

Ab jenem Jahr, in dem du volljährig wirst, musst du Steuern zahlen. Die wichtigsten Steuern für Privatpersonen sind die Einkommens- und Vermögenssteuer:

Einkommenssteuer

Je mehr du verdienst, desto mehr Einkommensteuern musst du zahlen. Die Faustregel besagt, dass die Steuer ca. 10 % des Jahreseinkommens beträgt.

Vermögenssteuer

Für dein Vermögen (Bargeld, Lohn-/Sparkonti, Wertpapiere, Auto) musst du eine Vermögenssteuer zahlen. Die Vermögenssteuer fällt bei jungen Leuten meist relativ gering aus. 

In einigen Kantonen musst du erst ab einer bestimmten Vermögenssumme Steuern entrichten.

Des Weiteren ist die Höhe der Steuer von folgenden Faktoren abhängig: 

  • Von den Bestimmungen deiner Gemeinde (Steuerfuss, steuerfreies Minimum)  

  • Einkommensabhängige Abzüge (Beiträge an AHV, IV, BUV/NBU, Pensionskasse)  

  • Von der Steuer abziehbare Ausgaben (Ausbildungskosten, Wochenaufenthalt, Verpflegung, Arbeitsweg, Krankenkasse, Spenden, Schuldzinsen, 3. Säule) 

Steuererklärung

Jedes Jahr (meistens per Ende März) musst du deine Steuererklärung einreichen. Falls du mehr Zeit benötigst, verlängere bei deiner Gemeinde die Einreichefrist, bevor du gebüsst wirst. Am einfachsten erstellst du deine Steuererklärung elektronisch mit einer CD (gratis beim Steueramt erhältlich) oder mit einem Programm, welches du auf der Webseite des Steueramtes herunterladen kannst. 

Deine Steuererklärung wird geprüft und die zu zahlenden Steuern geschätzt. Bist du mit der Einschätzung nicht einverstanden, kannst du innert 30 Tagen schriftlich deine Einwände mit Begründung und Belegung mitteilen.

Es lohnt sich, jeden Monat einen gewissen Betrag deines Monatslohnes direkt auf dein Steuerkonto zu überweisen. Somit wirst du verschont, Ende Jahr einen hohen Betrag überweisen zu müssen und kannst den 13. Monatslohn für dich behalten.

Versicherungen

Krankenkasse

Gemäss dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) müssen alle in der Schweiz wohnhaften Personen einer Krankenkasse angehören. 

Der Versicherungsschutz besteht aus einer Grundversicherung und einer Zusatz­versicherung:

Die Grundversicherung

(obligatorisch enthaltene Leistungen sind gesetzlich vorgeschrieben und bei allen Krankenkassen gleich): 

  • Ärzte oder andere behandelnde Personen (Physio-, Ergotherapeuten)  

  • Ärztlich verordnete Analysen (z.B. Labor)  

  • Behandlung und Aufenthalt in der allg. Abteilung eines Spitals des Wohnkantons  

  • Durch den Arzt verordnete Medikamente  

  • Zweckmässige Zahnbehandlungen (aufgrund Unfall oder Krankheit)  

  • Beitrag an medizinisch notwendige Rettungs-, Bergungs- und Transportkosten  

  • Deckung der Unfallkosten  

 Zusatzversicherungen (freiwillig): 

  • Alternative Behandlungen (Schutzimpfungen, Brillen, Alternativmedizin)  

  • Halbprivate oder private Spitalabteilung in der Schweiz und/oder weltweit  

  • reguläre Zahnbehandlungen (Jahreskontrolle, Dentalhygiene)  

  • Taggeldversicherung (Lohnausfallversicherung durch Krankheit/Unfall)  

  • Spezial-Versicherungen, wie Patientenrechtsschutz oder Reiseversicherung  

  • Du kannst selbst wählen, bei welcher Krankenkasse du versichert sein möchtest und welche Zusatzversicherungen du wünschst. Es lohnt sich, mehrere Offerten einzuholen. 

Prämien

Bis zu einem gewissen Betrag zahlst du deine Behandlungskosten selbst (die sogenannte Franchise). Je tiefer du die Franchise ansetzt (z.B. CHF 2'000 im Jahr), desto höher ist der monatliche Beitrag an die Krankenkasse. Für junge und gesunde Personen empfiehlt es sich, eine höhere Franchise zu wählen.

Bekanntlich steigen die Prämien von Jahr zu Jahr. Wenn dir deine Krankenkasse zu teuer wird, kannst du zu einer anderen wechseln. Für eine Kündigung per 31. Dezember muss das Kündigungsschreiben eingeschrieben bis zum 30. November resp. bis zum letzten Arbeitstag im November bei der bisherigen Krankenkasse eingetroffen sein.

Nebst obligatorischen Versicherungen gibt es auch solche, die du fakultativ abschliessen kannst. Frage zuerst deine Eltern, ob du bei ihnen mitversichert bist, bevor du folgende Versicherungen abschliesst:

Haftpflichtversicherung

Solltest du das Eigentum anderer Menschen beschädigen (z.B. kaputte Vase, Beule im Auto, Verletzungen an anderen Menschen), zahlt deine Privathaftplichtversicherung diesen Schaden. Ca. CHF 200 musst du selbst berappen (Selbstbehalt). Diese Versicherung ist lohnenswert und die Jahresprämie beträgt ca. CHF 100.

Hausratversicherung

Mit einer Hausratversicherung versicherst du alle deine beweglichen Sachen in deiner Wohnung gegen Feuer, Wasser und Diebstahl. Im Versicherungsfall wird dir der Gegenwert minus Selbstbehalt (i.d.R. CHF 200) zurückerstattet. Auch hier kannst du Zusatzversicherungen abschliessen, z.B. gegen Glasbruch oder gegen Beschädigung extra-wertvoller Dinge (z.B. Gemälde). Die Jahresprämie beträgt etwa CHF 180.

Tipp: Es gibt kombinierte Privathaftplicht- und Hausratversicherungen (ca. CHF 250). 

Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung wird in Privatrechtsschutz (z.B. Probleme mit dem Ver­mieter) und Verkehrsrechtsschutz (z.B. Autounfall, wobei du zu Unrecht beschuldigt wirst) unterteilt. Bist du in einen Rechtsfall verwickelt, übernimmt deine Versicherung Anwaltshonorare, Kosten von Gutachten, Gerichtsgebühren und Prozesse­ntschädigungen an die andere Partei. Auch gewährleistet sie dir einen allfälligen Strafkautionsvorschuss. 

Eine kombinierte Versicherung (Privat und Verkehr) kostet ca. CHF 300. Wäge genau ab, ob du dich versichern lassen möchtest, denn viele Rechtsfälle lassen sich nicht oder nur mit Einschränkungen versichern (v.a. Streitigkeiten bei der Arbeit, in der Familie oder bei Steuerverfahren).

Berater Team Jugendbank

Team Jugendbank

Beratung Jugendliche und Studenten

T: +41 52 635 21 22

Xing
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